Der Ausdruck «bodenerdenlustig» stammt nicht von uns, sondern wird im Buch Einsiedler Volksbräuche von Martin Gyr (1935) erwähnt, in welchem Gyr die Einsiedler Fasnacht so beschreibt. Gyr verweist zudem darauf, dass Meinrad Lienert die Fasnacht oft besungen und geschildert habe, als ein wahres Volksfest, das alle Schichten erfasst und bei dem Arm und Reich gemeinsam feiern. Auch Dr. Linus Birchler schreibt 1933 in der Neuen Schweizer Rundschau, dass die Einsiedler einst Untertanen des Stiftes und später der Schwyzer waren. Das Fehlen einer Aristokratie habe ein starkes Gleichheitsgefühl entstehen lassen, ein Aspekt, den viele unserer Interviewpartner bei der Erstellung des Dokumentarfilmes als Besonderheit der Einsiedler Fasnacht hervorgehoben haben.Aus diesen Gründen finden wir den Ausdruck «bodenerdenlustig» passend, um die Einsiedler Fasnacht zu beschreiben. Sie ist authentisch, volksnah, ursprünglich und ungekünstelt. Tief in der lokalen Tradition verwurzelt, archaisch, lebendig und erdverbunden. Die Fasnacht ist nicht elitär oder hochgestochen, sondern ein echtes Volksfest, welches alle Schichten der Bevölkerung vereint.

«bodenerdenlustig» – ein komisches Wort?
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